Veröffentlicht am 13. Januar 2019 / BLOG / INTERVIEW

Interview mit "Katharina Dreier - "Bedürfnisorientierte Familienbegleitung" - Uelsen

Vor kurzem habe ich ein tolles und inspirierendes Gespräch mit Katharina geführt. Sie ist 32 Jahre alt, verheiratet, hat drei Kinder im Alter von 7, 5 und 1,5 Jahren und lebt in Uelsen. Seit 2014 führt sie ihre eigene Firma, in der es um bedürfnisorientierte Familienbegleitung geht. 

 

Hallo liebe Katharina! Was verbirgt sich hinter dem Namen "Katharina Dreier - Bedürfnisorientierte Familienbegleitung"?

Ich begleite Familien, hauptsächlich, aber nicht ausschließlich im ersten Lebensjahr und auch gerne schon in der Schwangerschaft. Dabei stehen die Bedürfnisse jedes einzelnen Familienmitgliedes im Vordergrund. D.h. es geht nicht nur um die Bedürfnisse des Kindes, sondern natürlich auch um die der Eltern.

 

Im Fokus meiner Beratung und Begleitung steht dabei ganz klar die Bindungsförderung. Eine gute Bindung zwischen Mutter (und Vater) und Kind ist für die Entwicklung des Kindes von entscheidender Bedeutung. Eine gute Bindung ist für uns Menschen so wichtig und grundlegend wie die Luft zum Atmen oder unsere Ernährung. Ein Baby bindet sich vorrangig an die Person, die feinfühlig auf seine Bedürfnisse eingeht, dem Kind also das gibt, was es gerade braucht.

   

 

Gerade im ersten Lebensjahr tauchen oft viele Probleme auf. Zum Beispiel rund um das große Thema Schlafen, welches immer wieder für Verunsicherung sorgt. Zum Thema Baby- und Kinderschlaf sind eine Menge Falschinformationen im Umlauf und oft führen auch falsche Erwartungen an die Fähigkeiten des Kindes zu Problemen. Hier gibt es viel Bedarf nach Unterstützung, wo ich gerne und konkret als Schlafberaterin helfen kann.

  

Dabei ist es oft schon hilfreich, einfach über die Probleme zu sprechen und versichert zu bekommen, das es in Ordnung so ist, wie man es macht. Mit den richtigen Informationen zur Schlafentwicklung des Kindes und hilfreichen Tipps zur Unterstützung dieser Entwicklung kann jeder den für die eigene Familie passenden Weg finden, und lässt sich nicht so leicht von seinen Eltern, Tanten, Nachbarn oder Freunden verunsichern, die mit gut gemeinten Ratschlägen um die Ecke kommen.

Ähnlich ist es beim Thema Stillen. Auch hier gibt es viel Verunsicherung, was die Beziehung zwischen Mutter und Kind nachhaltig belasten kann. Bei Problemen wie Schmerzen beim Stillen, zu wenige oder zu viel Milch, Stillstreiks, Milchstau etc. bin ich als Stillberaterin jederzeit gerne behilflich und versuche mit kompetenten Rat zur Seite zu stehen um eine Lösung für die Probleme zu finden. 

 

  

Eine gute Bindung wird nicht zuletzt durch das Stillen des Bedarfs nach Körperkontakt gedeckt. Das ist in unserem Alltag mittlerweile schwierig geworden, denn wir haben längst kein Dorf mehr, das bei der Erziehung unserer Kinder hilft. Deshalb biete ich auch Trageberatungen an. Zum großen Teil findet dies in Einzelberatungen statt, weil meistens die Mütter noch nicht wissen, in welche Richtung es gehen soll. 

 

 

Die Mütter können dann bei mir die verschieden Tragemöglichkeiten testen, vom Tragetuch bis zu verschiedensten Tragehilfen. Ich habe über 30 verschiedene Tragehilfen in meinem Sortiment, die in einer Beratung ausgiebig getestet werden können. Der Markt ist riesengroß und wenn man sich nicht auskennt, kann man sich schnell für Trage entscheiden, die nicht zu einem selbst und dem eigenen Kind passt und damit die Freude am Tragen verlieren. Hier helfe ich gerne weiter.

 

 

Des Weiteren biete ich Workshops und Einzelberatungen zum Thema Beikost an. Zurzeit hauptsächlich mit dem Fokus auf die Babygeleitete Beikost (Baby-Led-Weaning). Momentan mache ich noch ein Fernstudium zur Ernährungsberaterin für Babys und Kleinkinder. Sobald ich dies abgeschlossen habe, plane ich auch ganz klassische Beikostkurse zu geben, wo es dann auch um die Breieinführung gehen wird. Denn die Beikost ist ein Thema, das viele Mütter beschäftigt und wo viele Fragen auftauchen.

 

Bei den Workshops zur Babygeleiteten Beikost geht es sich um eine Beikosteinführung, die sich nach den Bedürfnissen des Kindes richtet. Hierbei muss nicht zwangsläufig Brei gegeben werden. Wie dies funktioniert, worauf man dabei achten sollte und woran man überhaupt erkennt, dass das eigene Baby bereits reif für die erste Beikost ist unter anderem Thema der Workshops.

 

Diesen Kurs versuche ich ca. 1x im Monat anzubieten, der nächste wird am 4. Februar in Uelsen stattfinden. Ich kündige die Kurse immer auf meiner Webseite www.katharinadreier.de und auf Facebook an. Oder man spricht mich einfach an, und wir suchen gemeinsam nach einem Termin für einen Workshop. Man kann aber. auch einen Wohnzimmer-Workshop bei sich zuhause organisieren, am besten noch mit ein paar lieben Freundinnen oder Nachbarinnen in gemütlicher Runde. Ansonsten findet der Kurs hier bei mir Zuhause statt.

  

Diese Kurse machen richtig viel Spaß und bringen mir sehr viel Freude. Ich versuche den Müttern hier ganz viel Freiheit mit zu geben. Dabei geht es darum, den Müttern zu zeigen, dass Beikost ganz viel Spaß machen kann, sowohl für die Eltern als auch für die Kinder und dass man sich gar nicht so viele Gedanken und Sorgen machen muss. Es gibt in der Beikosteinführung sehr viele mögliche Wege, die richtig sind. Ich freue mich immer sehr, wenn ich sehe, dass die Mütter gestärkt aus dem Kurs gehen.  

  

Damit man als Mama in der Lage ist immer feinfühlig auf die Bedürfnisse des Kindes einzugehen, ist es ganz wichtig, auch auf seine eigenen Bedürfnisse zu schauen. Für die Kinder wird ja immer ganz viel angeboten, wie z.B. Malibu Kurse oder Babymassagen, aber für die Mütter selbst gibt es da einfach wenig. Deshalb biete ich auch Kangatraining an.

 

Kangatraining ist Sport für Mütter, bei dem die Babys einen großen Teil der Stunde im Tragetuch oder der Tragehilfe mitmachen. Der Vorteil beim Kangatraining ist dabei, dass man sich voll und ganz aufs Training konzentrieren kann, denn das Baby ist ganz nah bei einem und in der Regel sehr zufrieden. Man braucht kein schlechtes Gewissen haben, weil man das Baby abgibt oder sich um einen Babysitter kümmern muss. Das Training ist ein richtig gutes Ganzkörperworkout bei dem man ordentlich ins Schwitzen kommt. Die Kinder schlafen dabei oft einfach in der Trage ein und sind danach rundum zufrieden. 

  

Man kann das Kangatraining machen, solange beide Spaß dran haben, es gibt z.B. Mütter die bis kurz vor dem 2. Geburtstag dabei waren. Die meisten machen den Kurs bis zum 1. Geburtstag, weil dann viele auch wieder anfangen zu arbeiten. Der Kurs findet einmal in der Woche statt. Immer freitags in Neuenhaus im Tatkraft und donnerstags in Nordhorn in der Euregio-Praxis. 

 

Seit wann gibt es deine Firma? Und wie ist sie entstanden?

Meine Firma gibt es seit 2014. Ursprünglich komme ich aus einem ganz anderen Bereich, ich habe Chemie und Physik studiert und einen Master in Materialwissenschaften gemacht. Zum damaligen Zeitpunkt habe ich mir noch nicht vorstellen können, dass mir die Arbeit mit Menschen einmal so viel Spaß machen könnte. Das hat sich dann mit der Geburt meiner Tochter komplett gewandelt. Durch meine Kinder bin ich ein völlig neuer Mensch geworden. Das ist für mich ganz faszinierend gewesen, zu sehen, wieviel sich dadurch geändert hat. Diese Zeit war aber auch sehr heftig, wenn die eigene Welt auf einmal auf dem Kopf steht und man ganz neue Seiten von sich kennenlernt.

 

Ich bin während des Studiums schwanger geworden und habe da schon gemerkt, dass mich dieses ganze Thema Babys und Schwangerschaft sehr interessiert. Und zwar deutlich mehr, als dasjenige was ich gerade studierte. Ich bin aber ein Mensch, der Sachen zu Ende bringt, und habe mein Studium auch abgeschlossen. Meine Masterarbeit habe ich dann wenige Wochen bevor unsere zweite Tochter geboren wurde abgeschlossen. Das war definitiv eine sehr anstrengende Zeit.

 

Als unsere zweite Tochter dann vier Monate alt war, habe ich beschlossen die Ausbildung zur Trageberaterin in Köln zu machen. Nachdem ich dies ungefähr ein Jahr gemacht hatte, habe ich dann die Ausbildung zur Kangatrainerin gemacht. Hierfür war ich fünf Tage in Wien und habe mich dann Zuhause, theoretisch und praktisch auf die Prüfung vorbereitet und dafür gebüffelt.

 

Das Kangatraining macht mir unheimlich viel Spaß. Und eine schöne Gelegenheit auch für mich um Sport zu machen. J Die Kurse findet man auf meiner Webseite, auf Facebook oder auch direkt auf www.kangatraining.de.

 

 

War es schwierig eine Firma zu gründen?

Eigentlich nicht, ich habe das einfach gemacht. Der erste Schritt war ja die Ausbildung zur Trageberaterin, und als dann klar war, dass mir das Spaß macht und ich das machen möchte, dann kamen die nächsten Schritte. Wie z.B. das Aufbauen einer Webseite, einen Namen zu finden, ein Logo zu erstellen, Flyer, Visitenkarten und was alles so dazu gehört.

 

Und dann ging es Schritt für Schritt weiter, am Anfang natürlich erst mal langsam, und dann wurde es immer mehr. Und mein Mann unterstützt mich auf dem Gebiet von Steuererklärungen und Buchhaltung, wo ich sehr dankbar für bin. J

 

Wie bekommst du Arbeit, Familie und Freunde unter einen Hut?

Es ist auf jeden Fall anstrengend. Aber ich bin in der glücklichen Situation, dass wir ein Au-Pair-Mädchen haben, ohne sie würde das alles glaube ich nicht so gut funktionieren. Ich versuche auch, dass meine Arbeit nicht allzu viel Raum einnimmt, weil es mir wichtig ist, dass ich Zeit mit meinen Kindern verbringen kann und auch noch Zeit für mich bleibt.  

 

Wo soll es in der Zukunft für dich hingehen?

Was für mich im Vordergrund steht, ist nicht das Geld, sondern mir ist es einfach wichtig, dass ich Familien helfen und unterstützen kann. Das macht mir unheimlich Spaß und gibt mir viel zurück. Ich möchte auch nicht still stehen, es gibt z.B. für das Kanga noch ein paar Sachen, die ich gerne machen möchte, um einfach für die Mütter einen kompletten Kreis zu haben, der sich schließt.

 

Dazu würde ich gerne das Pre-Kanga anbieten, das ist Sport in der Schwangerschaft. Und dann gibt es noch das Kanga-Burn, wo man sich richtig auspowern kann. Dies findet dann ohne Kinder statt, meist nach dem 1. Geburtstag. Das ist jedoch noch nicht in naher Zukunft geplant, erst einmal muss unser Sohn etwas älter sein.

 

Und momentan mache ich ja noch die Ausbildung zur Ernährungsberaterin für Babys und Kleinkinder und vielleicht baue ich das noch weiter aus zur kompletten Ernährungsberaterin.

 

Es gibt noch viele Sachen die ich gerne machen würde, wie z.B. die Dunstan-Babysprache. Es gibt überall auf der ganzen Welt Babys, die dieselben Laute machen die zu gewissen Bedürfnissen passen. Wenn man diese Laute kennt, hat man die Fähigkeit, sein Baby viel besser zu verstehen, z.B. ob es Hunger hat, oder ob die Windel voll ist oder das Baby Schmerzen hat.

 

Diese Sachen stehen auf meiner Wish-List, aber dazu fehlt momentan einfach die Zeit. Und wenn ich irgendwann einmal ganz viel Zeit haben sollte, würde ich auch noch gerne das Studium für die Entwicklungs- und Erziehungsberatung machen. 

 

 

Was möchtest du den Lesern von Vechtekind mitgeben?

Mir ist es ganz wichtig zu vermitteln, dass man keine Scheu haben muss, sich Hilfe zu holen wenn irgendwelche Probleme da sind. Es geht ganz vielen Eltern so und man soll nicht unbedingt immer auf das hören was andere einem sagen, sondern seinen eigenen Weg finden. Man sollte das machen, was einem selber und der Familie gut tut. Dabei ist es egal, was dabei raus kommt, weil man selber damit leben muss und nicht die Freundin, Schwiegermutter oder Nachbarin. Die eigenen Bedürfnisse sind dabei ganz wichtig, nur wenn es mir selber gut geht, kann es auch der Familie gut gehen. Das lernen dann auch die Kinder wieder. Sie sehen, dass es ok und wichtig ist, wenn man auf sich selber achtet und zu seinen Bedürfnissen steht.  

 

Und zum Schluss, was ist dein persönlicher Lieblingsplatz in der Grafschaft?

Ich liebe unser Haus und unseren Garten. Die Kinder sind immer gerne hier, hier ist immer Leben in der Bude wenn die Kids Zuhause sind. Auch bin ich super gerne auf dem Abenteuerspielplatz hier in Uelsen. Das war für mich als Kind damals schon immer ein Highlight. Und der Tierpark in Nordhorn ist einfach toll, da sind wir auch total gerne. 

 

Wollt ihr mehr erfahren?

Ich finde es wahnsinnig toll, was Katharina für die Familien in der Grafschaft anzubieten hat. Sie ist eine echte Powerfrau, die nicht still steht und ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht hat, das finde ich einfach großartig, mutig und bewundernswert! Falls ihr euch für eine Beratung, einen Kurs oder einfach ein Gespräch mit ihr interessiert, nehmt einfach Kontakt mit ihr auf, sie freut sich auf euch :)

 

Katharina Dreier

Bedürfnisorientierte Familienbegleitung

Am Osthang 2

49843 Uelsen

T: 0173 - 139 0676

Info@katharina-dreier.de

www.katharinadreier.de